Wissenswertes über Tierernährung
 
Zunächst möchte ich Futter in seine Bestandteile aufteilen: die wichtigsten sind Eiweiße oder Proteine: dies ist Fleisch in allen Variationen.

Kohlehydrate entstehen aus der Aufspaltung von Pflanzenteilen jeglicher Form. Dies kann NUR mit Hilfe von Bakterien im Magen bzw. Darm geschehen – ganz wichtig!

Fette werden dann aus Kohlehydraten als Energiespeicherstoff umgewandelt und in den Zellen abgelagert. Sie werden hier nicht näher betrachtet.

Dann kommen noch Vitamine und Wasser dazu und viele andere.

 

Weiter müssen wir unterscheiden in

Carnivora = Fleischfresser, fressen Fleisch sprich Proteine.

Omnivora = Allesfresser, fressen alles: Fleisch und Pflanzenteile

Herbivora = Pflanzenfresser, fressen Pflanzen sprich Kohlehydrate.

 

Die unterschiedliche Ernährungsweise der Tiere lassen sich an bestimmten äußerlichen und innerlichen Merkmalen ablesen.

 

So sind grob gesehen die meisten Raubtiere Fleischfresser und die meisten Fluchttiere Pflanzenfresser. In der Hierarchie des Tierreiches stehen meist die Fleischfresser am Ende der Nahrungsketten (s. Löwen oder Wölfe), d.h. sie haben meist keine natürlichen Feinde (außer dem Menschen).

 

Weiter sind die Fleischfresser von den Pflanzenfressern u.a. über das Gebiss und den Verdauungstrakt zu unterscheiden.

 

 

Carnivora - Fleischfresser

 

Die Stellung der Augen ist meist nach vorn gerichtet.

 

Der Fleischfresser hat einen Magen, der in der Lage ist, sich überdimensional zu dehnen und wieder zusammen zu ziehen. Dies ist sehr wichtig, wie wir später noch sehen werden.

Der Darm ist relativ kurz, d.h. die proteinhaltige sehr energiereiche Nahrung braucht keine so große Darmoberfläche um vom Körper aufgenommen zu werden. Ebenso sind nur ganz bestimmte „Helferlein“ in Form von Bakterien in geringer Anzahl nötig, um den Nahrungsbrei im Darm aufzuspalten und absorptionsfähig (aufnahmefähig) zu machen.

 

Der Verdauungstrakt des Fleischfressers hat sich optimal dem Fressverhalten angepasst: Wir können nun den Wolf, oder den Löwen stellvertretend für Fleischfresser betrachten, die wie  auch bei uns zu Hause halten, denn der Hund oder die Katze haben im Prinzip kein anderes Fressverhalten, da sie ebenso Fleischfresser bzw. Raubtiere sind:

Hat der Fleischfresser Hunger geht er auf Jagd und fängst sich ein meist ein Fluchttier. Dieses verspeist er mit allen Innereien (wichtige Vitamine und Ballaststoffe (Pflanzenteilen Ballaststoffe oder Getreide) für die Bakterien im Darm des Fleischfressers) und Knochen und natürlich Fleisch. Er frisst sich so voll, dass er fast „platzt“. Dies hat jeder bestimmt schon einmal im Fernsehen gesehen: ein Löwenrudel mit kugelrunden Bäuchen. Dann legt sich der Fleischfresser hin und ruht. Das ist wichtig, denn mit dem kugelrunden Bauch kann man nicht laufen und wenn dieser zu sehr hin und her schwappt, kann der Magen sich umdrehen (wie überschlagen)! Der Magen hat sich ausgedehnt und beginnt nun den Fleischinhalt zu zersetzen. Hierin ist auch das Grünzeug des Magens des Beutetieres. Dieser Nahrungsbrei gelangt in den Darm. Der Nahrungsbrei wird durch Eigenbewegung des Darms, die Perestaltik durch den Darm geschoben. Und hier werden die Proteine, sprich das Fleisch recht schnell direkt aufgenommen. Die Kohlehydrate können aber nicht direkt vom Hunde- oder Katzendarm aufgenommen werden. Dazu ist er nicht geeignet. Er bracht dazu Helferlein, die Bakterien. Diese leben auch im Hundedarm aber längst nicht in solchen Massen wir bei einem Pflanzenfresser. Dies ist auch gar nicht nötig a der Fleischfresser ja bereits sehr energiereiche Nahrung aufnimmt (er steht am Ende der Nahrungskette). Nein, die Bakterien, die die Pflanzenteile im Darm des Hundes oder der Katze aufspalten sind Lieferanten für Vit. K. Sie zersetzen die Pflanzenteile, von denen leben sie und wenn sie sterben gehen sie als Vit. K vom Darm des Hundes oder der Katze aufgenommen.

Wir sehen also: Ein Hund oder eine Katze braucht einen Minimalen Anteil an Pflanzenkost. Er kann Pflanzenteile nicht verdauen, sie liefern keine Nährstoffe und sind nicht die geeignete Nahrung für einen Hund oder eine Katze!

Ist die Nahrung verdaut, ist auch der Magen sehr klein, wie ein Schlauch, und er kann sich nicht mehr umdrehen. Das Raubtier kann nun wieder schnell ein Beutetier verfolgen, ohne Schaden zu nehmen.

Für unseren Haushund bedeutet dies:

Der Hund oder die Katze braucht eine richtige Mahlzeit am Tag, in der der Magen richtig gefüllt ist.

Danach soll das Tier ruhen können.

Zeitpunkt für Hunde: am besten abends (tagaktiv)

Zeitpunkt für Katzen: am besten morgens (nachaktiv) Übrigens: Katzen die sehr ausgehungert sind fangen schlechter Mäuse!!! Warum? Der Hunger macht sie nervös!

 

Tun sie ihrem Tier etwas Gutes und lassen sie ihn gern einmal einen Tag hungern. In der Natur haben die Tiere auch nicht jeden Tag Jagderfolg.

 

Und bitte: ihr Hund/ihre Katze ist keine Kuh. Füttern sie gutes frisches Fleisch (Innereien, Pansen, Herz etc.) oder sehr gutes Dosenfutter, ansonsten stellen sich Krankheiten ein.

Füttern sie Tierfutter, dass auch für den Menschen zugelassen ist – unser Tierfutter ist es meistens nicht (leider auch meist das vom Tierarzt nicht).

BITTE INFORMIEREN SIE SICH!

 

Empfehlung: www.ryzoom.com

 

 

Omnivora - Allesfresser

 

Die Stellung der Augen ist meist vorwärts seitlich gerichtet.

 

Der Allesfresser hat im Durchschnitt 28 (32) Zähne: oben jede Seite 7 (8) und unten auch. Hierzu zählen u.a. das Schwein und auch der Mensch.

 

Der Allesfresser hat ebenfalls einen Magen, der in der Lage ist, sich zu dehnen und wieder zusammen zu ziehen.

Der Darm ist länger als beim Fleischfresser, nicht so lang wie beim Pflanzenfresser. Der Darm muss in der Lage sein sowohl Proteine als auch Kohlehydrate aufzunehmen. Für die Kohlehydrate leben im Darm des Allesfressers ungleich mehr Bakterien als im Darm des Fleischfressers. Sie helfen, die Vitamine der Kohlehydrate aufzuspalten bzw. dienen selbst als Vitaminlieferant.

 

Der Verdauungstrakt des Allesfressers hat sich ebenfalls optimal dem Fressverhalten angepasst: Betrachten wir ein Wildschwein. Das Schwein ist den ganzen Tag unterwegs um Nahrung zu suchen. Der Verdauungstrakt besteht aus einem Magen und einem rechts langen Darm, durch den der Nahrungsbrei mit Hilfe der Perestaltik geschoben wird. Es gelangen in den Verdauungstrakt immer kleine Portionen, die sofort aufgespalten und absorbiert (aufgenommen) werden. Hat der Allesfresser einmal eine große Proteinportion gefunden und hat er diese aufgenommen oder ist sein Magen voll, legt sich dann ebenfalls zur Ruhe um zu verdauen. Er streift aber meist den ganzen Tag umher um Nahrung zu suchen. Dies war beim Menschen vor Urzeiten nicht anders und sein Verdauungssystem hat sich bis heute evolutionär nicht verändert.

 

Man sieht also: der Mensch und der Hund unterscheiden sich grundlegend in ihrer Physiologie und somit in ihren Ernährungsgewohnheiten und sind nicht vergleichbar.

 

Einen Hund oder eine Katze zu einem Vegetarier machen zu wollen ist Tierquälerei und keine art- bzw. tiergerechte Haltung. Ich denke es würde keiner auf die Idee kommen, ein Kaninchen nur mit Fleisch zu füttern, oder?

 

 

Herbivora - Pflanzenfresser

 

Die Stellung der Augen ist meist zur Seite gerichtet.

 

Ein Pflanzenfresser hat weniger Zähne als ein Fleischfresser: im oberen Kiefer fehlen z.B. bei Rindern die Schneidezähne. Die Reißzähne und die Praemolaren fehlen völlig.

 

Grundsätzlich wird unterschieden in Wiederkäuer und Nichtwiederkäuer.

 

Der wiederkäuende Pflanzenfresser hat meist viele Mägen, nämlich durchschnittlich 4. Im ersten Magen, dem Pansen wird die Nahrung vorverdaut. Ist dieser gefüllt, muss sich das Tier niederlegen um wiederzukauen. Danach wird der Pflanzenbrei wieder geschluckt und kommt in den Netzmagen. Hier beginnt die Aufspaltung der Nahrung durch endendlicht viele Bakterien. Ohne diese Bakterien könnte das Tier nicht überleben. Es folgen der Blättermagen und der Labmagen.

Übrigens: sterben diese Bakterien dienen sie als Proteinlieferant.

Der Darm ist manchmal bis zu 60 m lang und somit um ein vielfaches länger um die Nährstoffe aufspalten zu können und zu absorbieren. Ebenso hat er meist eine Perestaltik.

 

Bei den Nichtwiederkäuern wie hier z.B. Kaninchen oder Meerschweinchen ist es ein wenig anders. Hier ist nur ein Magen vorhanden aber der Darm ist ebenfalls ungleich länger als bei Fleischfressern.

Kaninchen aber haben keine Perestaltik, dies bedeutet, dass der Nahrungsbrei nicht durch die Darmtätigkeit vorwärts geschoben wird. Diese Tiere haben einen Stopfmagen, d.h. sie müssen immer wieder fressen, den ganzen Tag lang, damit der Nahrungsbrei im Darm weiter geschoben wird. Ist dieser Vorgang unterbrochen, z.B. durch eine Krankheit wie z.B. Durchfall kann es deswegen zu Kompliktionen kommen, weil die Kaninchen dann nicht wieder anfangen zu fressen. Sie müssen zwangsernährt werden, damit der Vorgang des Stopfmagens wieder in Gange kommt. Achtet man nicht darauf,  verhungern die Tiere elendiglich! Fragen sie deshalb bei ihrem Tierarzt nach Critical Care, er wird ihnen erläutern, wie sie vorgehen müssen.

 

Nichtwiederkäuende pflanzenfressende Haustiere ernähren sich hauptsächlich von Raufutter: Heu oder getrocknetes Laub, gern Rinde von der Weide z.B. Der Stoffwechsel stellt sich im Frühjahr und Winter um, ein aufmerksamer Beobachter wird dies feststellen.

Stellen Sie immer genügend Raufutter zur Verfügung. Vor allem Heu!

 

Körnerfutter sollen sie selbst zusammenstellen. Erstens ist dies billiger und zweitens gesündern. In dem Fertigfutter sind sehr viele Anteile von gepresstem Heu vorhanden, dass mit Melasse zusammen gehalten wird. Diese Melasse ist Zucker und somit ungeeignet für Nagetiere. Ebenso sind viele „knusperteile2 Mit Farbstoffen enthalten. Farbstoffe verursachen meistens Krebs!

Zu empfehlen: 1 Kg Müsli (das günstige zu € 0,99) und 250 g Weizen (kosten zusammen ca. € 1,10 im Gegensatz zum Fertigfutter mit Futtermitteln, die die Nager meist gar nicht mögen und die sie meistens wegschmeißen von ca. € 2,50). Aber Achtung: die Rosinen müssen herausgesammelt werden: zu viel Zucker! Verursacht Gärungen im Darm.

 

Auch hier gilt: füttern Sie nur, was Sie selbst essen würden.

 

Obst und Gemüse muss frisch sein! Unsere Tiere sind keine Komposthaufen. Schlechtes Obst und Gemüse tötet die Darmbakterien, es kommt zu Durchfall und dass kann für die kleinen Nager lebensbedrohlich sein.

 

 

Sie sehen also: so unterschiedlich unsere Haustiere sind so unterschiedlich sind auch ihre  Nahrungsgewohnheiten.

 

Es gibt immer wieder Tiere, die in ihrem Nahrungsverhalten eine Ausnahme darstellen und Nahrungsspezialisten sind.

 

Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich die Natur in einander fügt und die Evolution alles gerichtet hat.

 

Natürlich stellt nicht nur der Unterschied zwischen Magen und Darm einen Unterschied zwischen Fleisch-, Alles- und Pflanzenfressern dar, sondern auch der Energieumsatz in den Zellen ist bei den einzelnen Tieren wesentlich unterschiedlich, aber das zu Erläutern würde den Rahmen der Homepage sprängen.

 

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einige hilfreiche Tipps geben und würde mich über Fragen und Anregungen sehr freuen.

 

Ich wünsche Ihnen allzeit gesunde hungrige Tiere und viel Freude mit Ihren Tieren.

 

Sollten Sie weitere Fragen haben, rufen Sie mich gern an oder schickem mir eine email!

B. Hünemörder Fon: 0171 9363704